10. Juni 2013

Kunst trifft Mode

Auguste Renoirs Frühlingsgefühle

Gemälde: "Nach dem Mittagessen" ("La fin du déjeuner") von Auguste Renoir 1879

Annabelle, aus Los Angeles; hier geht's zu ihrem Blog

von Hannah

Wenn die milde Frühlingssonne durch die grünen Blätter scheint und einem überall, wo man hingeht, der Duft von blühendem Flieder in die Nase steigt, dann ist es Zeit, die Sommerkleider rauszuholen. 

Diesen Sommer zeigen wir uns elegant, so wie die Damen in Auguste Renoirs Gemälde "Nach dem Mittagessen". Genüsslich trinken sie ihren Espresso, selig schauen sie auf ihren Tischkumpanen. Wundervoll, wie der satte Flieder vom Hut der linken Dame fällt. Das ist genau die Fähigkeit, die Renoir zu einem der wichtigsten Maler des Impressionismus machte: seine Gabe, Szenen so lebendig darzustellen, als würde man sie leibhaftig miterleben. 

Pierre-Auguste Renior wurde 1841 in Limoges in Frankreich geboren. Seine Eltern waren einfache Leute. Der Vater Schneider, die Mutter Zuschneiderin, eine ganz normale Familie der Arbeiterklasse. 1845 zogen sie nach Paris und zehn Jahre später begann der erst 13-jährge Renoir eine Lehre zum Porzellanmaler.

Obwohl er sehr begabt war und ein paar Jahre einen guten Lebensunterhalt einbringen konnte, musste er sich mit 17 Jahren ein neues Standbein suchen; das Gewerbe eines Porzellanmalers wurde durch den technischen Fortschritt schlicht überflüssig.

Ein Glück für die Kunstgeschichte! Denn sonst hätte Renoir vielleicht nicht beschlossen, an der Ecole des Beaux Artes in Paris sein Malerei-Studium zu beginnen. 

Er studierte bis 1863, merkte jedoch bald, dass er mit der Malweise des Klassizismus nichts anfangen konnte. Er wollte keine alten Meister kopieren; er wollte selbst entdecken und studieren.

Die Realisten Gustave Coubert und Díaz de la Peña lernte Renoir im Wald beim Malen kennen. Sie führten ihn in das Motto der Impressionisten ein, stets nach dem Leben, nach dem Modell zu malen. Zusammen mit der Impressionisten-Clique – Monet, Bazille, Sisley – begann Renoir regelmäßig im Wald zu malen, Licht und Farben zu studieren.

Pierre-Auguste Renior von 1841-1919

Die Impressionisten legten großen Wert auf Atmosphäre und Licht. Schwarz gehörte nicht zu ihrer Farbpalette, Farben wurden als Träger des Lichts verstanden. Es war ihnen wichtig, Momente einzufangen, die Zufälligkeit des Augenblicks für immer festzuhalten. 

Abgelehnt von den konventionellen Künstlerströmungen dieser Zeit – dem Klassizismus und der Romantik – lebten Renoir und seine Freunde zuweilen in bitterer Armut. Später sagte Renoir einmal, er und Monet hätten manche Tage kein Geld für etwas zu essen gehabt.

Doch sie malten weiter. Und schufen Gemälde, die uns ein Bild dieser Zeit vergegenwärtigen, wie wenige andere. In "Nach dem Mittagessen" können wir die Stoffe fühlen, die Landschaft riechen und die seligen Blicke der Frauen nachempfinden und fühlen uns in eine andere Zeit versetzt.

Die feinen Kleider der Damen, die Sommerhüte und zarten Perlenohrringe; diese verträumte Eleganz ist ansteckend. Auch wir wollen diesen Sommer in feinen Teekleidern die Gartenpartys verzaubern, denn so wunderbar wie diese Frauen wollte doch jede von uns schon einmal aussehen!

1: Madison Kleid von Annie Greenabelle, über Topshop, € 85 | 2: Audrey Kleid von Jones and Jones , über Topshop, € 78 | 3: Kleid von Rag & Bone , über mytheresa, € 445 | 4: Victoria Kleid von Alice + Olivia, über net-a-porter, € 360 | 5: Kleid von Topshop, € 62 | 6: Kleid von Zara, € 40

Iga, 18 Jahre, aus Polen; hier geht's zu ihrem Blog

Jana, aus Deutschland; hier geht's zu ihrem Blog

Hier seht Ihr die beiden neuesten Specials auf unserer Shop Specials Seite

«