31. Januar 2014

Infamous Interview

mit Foubag-Designerin Janina Gartz

von Simone

Im Anfang war… der Turnbeutel! Ein Turnbeutel diente der Hamburger Modedesignerin Janina Gartz als Anstoß für das Design ihrer Rucksäcke. Die Idee ist kreativ, neu und schick. Das hat uns interessiert und wir haben uns deswegen mit der Hamburger Modedesignerin auf einen kleinen Schnack getroffen. 

Die Hamburger Modedesignerin Janina Gartz kreierte mit Foubag einen Rucksack, der sich auch zu Highheels tragen läßt.

Infamous: Wie bist Du genau auf die Foubag-Idee gekommen?
Janina:
Als Modedesignerin bin ich ständig auf der Suche nach neuen Ideen und Trends. Ich versuche, Kreativität so zu übersetzen, dass sie auch tragbar ist. Zu den Rucksäcken inspiriert hat mich in erster Linie die Tatsache, dass ich selbst keine Rucksäcke tragen mochte. Sie sind meist aus dem gleichen Material und einfach nicht so wirklich cool. Dass ein Rucksack stets auch etwas Sportliches haben würde, war mir klar, aber ich habe mir gedacht: Wie wäre es, wenn ein Rucksack auch elegant wäre und zu einem schönen Kleid und hohen Schuhen passen würde? Dann habe ich mich ans Werk gemacht.

I: Wie erklärst Du Deiner Oma, was es mit Foubag auf sich hat?
J:
Ganz einfach! Ich habe es meiner Oma erzählt, in dem ich ihr zunächst meine Entwürfe präsentiert habe. Sie ist für mich immer eine gute Kritikerin gewesen und hätte es mir ehrlich gesagt, wenn ihr etwas nicht gefallen hätte. Daher war mir ihr Urteil wichtig. Ich habe ihr erklärt, dass ich einen Rucksack designen will, der tragbar ist und auch für Leute geeignet, die – wie ich selbst – von Rucksäcken überhaupt nicht angetan sind. Das kam gut bei ihr an.

Im Studium ist es oft so, dass man sehr kreative aber für die Realität wenig tragbare Stücke kreiert.

I: Deine Rücksäcke tragen lustige Namen wie "Bruno" oder "Madita". Was macht sie sonst noch besonders?
J:
Das fängt schon damit an, dass für das Design eines Rucksacks mehr als 24 Schnittteile benutzt werden. Bei normalen Rucksäcken sind das deutlich weniger. Ich wähle die Stoffe sehr sorgfältig aus und achte darauf, dass es sich um hochwertige Materialien handelt. Sie sollen nicht nur toll aussehen, sondern auch praktisch für draußen oder für besondere Anlässe sein. Optisch und auch gefühlt erinnern sie eher an Mantelstoffe – wie die von Parkas oder von Wollmänteln. Der Look ist eine Mischung aus Turnbeutel und Rucksack. Das gibt dem Rucksack eine schöne Form – dadurch ist er nicht so klobig und eignet sich auch als Accessoire zu schickeren Outfits. Die Designs sind außerdem auch ein wenig vintage und retro.

I: Du hast Modedesign studiert und bist auf dem Weg, damit erfolgreich zu werden. Was würdest Du jungen Leuten sagen, die gerne Modedesign studieren wollen?
J:
Wenn jemand den Wunsch hat, Modedesign zu studieren, sollte er das auf jeden Fall tun! Es ist ein tolles, sehr kreatives Studium. Am Anfang lernt man die ganzen Basistechniken, gerade was das Nähen von Kleidung anbelangt. 

Man sollte sich auch nicht davon abschrecken lassen, dass es eine Zugangsprüfung gibt und man eine Bewerbungsmappe erstellen muss. Man muss sich aber darauf einstellen, dass die Mappenerstellung mehrere Monate dauert und dass man in der Regel nicht gleich beim ersten Versuch an einer Hochschule angenommen wird. Ausdauer ist also von Anbeginn das absolute Credo. Denn nur die wenigsten jungen Modedesigner haben die Möglichkeit, später bei einem großen Designer ein Praktikum zu machen oder gar für große Marken zu designen, geschweige denn, ihr eigenes großes Label zu entwickeln. 

Im Studium ist es oft so, dass man sehr kreative, aber für die Realität wenig tragbare Stücke kreiert. Das echte Leben sieht aber etwas anders aus. Das, was einen in der Praxis erwartet, wird in den Schulen leider nicht gelehrt. Das geht aber auch nicht, weil es so viele unvorhersehbare Dinge im Berufsleben gibt. Auf die kann Dich keine Schule vorbereiten. 

Viele arbeiten für größere Labels oder entwerfen für Kunden, deren Vorstellungen aber Kreativität nicht in dem Ausmaß zulassen, wie man es noch im Studium gewohnt war. Dort ging es mehr darum, die eigene Persönlichkeit herauszustellen. In der Realität müssen die Kleider aber auch tragbar und verkäuflich sein. Die wenigsten können ihre Kreationen zu Marken machen. Dennoch bietet der Beruf vielseitige Möglichkeiten, als Designer zu arbeiten, auch wenn man dann damit nicht berühmt wird.

I: Was genau steckt hinter Eurer Devise "Carefully Made in Europe"?
J:
Wir produzieren unsere Rucksäcke in Europa, genau gesagt in unseren Produktionsstätten in Polen. So ist auch gewährleistet, dass ich dort selbst vorbeischauen kann, gerade wenn es um neue Kollektionen geht, bei denen es wichtig ist, dass die Details stimmen. Es ist uns ein großes Anliegen, dass unsere Mitarbeiter unter fairen Bedingungen arbeiten, bei denen gute Behandlung und Bezahlung an vorderster Stelle stehen. Gerade in Zeiten des aggressiven Preiskampfes und der daraus resultierenden Fernostproduktionen.

I: Wie würdest Du ein edles Outfit mit einem Deiner Rucksäcke zusammenstellen?
A:
Zunächst ist es natürlich so, dass ein Rucksack immer etwas Sportliches mit sich bringt. Daher wird das elegante Outfit eher sportlich-schick. Aber gerade in dieser Kombination gibt es eine Menge Möglichkeiten. Eine davon wäre beispielsweise, ein schlichtes schwarzes Kleid mit High-Heels zu kombinieren und ein Oversize Jackett dazu. Dann einen der Rucksäcke, schön sind natürlich hier Modelle wie "Oskar" oder "Bruno".

Es ist uns ein großes Anliegen, dass unsere Mitarbeiter unter fairen Bedingungen arbeiten!

I: Bald haben wir wieder Frühling, welche Trends erwarten uns denn? 
J:
Der Frühling/Sommer 2014 wird auf jeden Fall Blau- und Türkistöne mit sich bringen, aber auch Pastellfarben und Metallic-Optik werden zu sehen sein. Helle Farben und metallische Töne gibt es auch bei Foubag, mehr verrate ich Euch aber erstmal nicht, das werdet Ihr dann sehen.

I: Vielen Dank für das Interview, Janina! Wir freuen uns auf die neue Kollektion!

Die neue Kollektion und alle aktuellen Modelle bekommt Ihr im Foubag Online-Shop

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